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Team Bauindustrie: Stefanie Führling

Können Sie uns kurz Ihre berufliche Position als Geschäftsführerin der Bundesfachabteilung Straßenbau beschreiben?

Als Geschäftsführerin setze ich mich für die Interessen von Firmen sowohl im Asphalt- und Betonstraßenbau sowie Sonderbauweisen ein. Die im Straßenbau tätigen Unternehmen sind in den bauindustriellen Landesverbände organisiert und die Interessen werden über den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. – der bauindustriellen Spitzenorganisation – bundesweit vertreten. Wir vertreten die Interessen der Straßenbauindustrie gegenüber der Politik und setzen uns bei der öffentlichen Hand systematisch für eine gesicherte Finanzausstattung im Straßenbau ein. Gegenüber unseren Auftraggebern setzen wir uns für faire und transparente Vergabegrundsätze und Vertragsbedingungen ein. Wir arbeiten zudem aktiv bei der Weiterentwicklung und Fortschreibung von Technischen Vertragsbedingungen, Technischen Regelwerken und Normen mit.

Seit 2011 füllen Sie als erste Frau diese Position aus

Ich sehe mich nicht als „Chefin“ im herkömmlichen Sinne, sondern eher als Führungspersönlichkeit, die die Interessen der Unternehmen zusammenführt, bündelt und in ihrem Sinne nach vorne bringt. Als erste Frau in dieser Position versuche ich, Themensetzung und die Schwerpunkte neu zu definieren bzw. eine neue Richtung zu geben.

Wie sah Ihr bisheriger beruflicher Weg aus?

Ich war fast elf Jahre bei einem Straßenbaukonzern im Bereich der Projekt- und Bauleitung im Bundesfernstraßenbereich tätig. In verschiedenen Unternehmensbereichen der STRABAG war ich für den Asphaltstraßenbau auf Bundesfernstraßen tätig, sodass mir durchaus das Arbeiten am Straßenfertiger und im Graben und damit verbundenen technischen und bauvertraglichen Details bekannt sind. Nach Abschluss meines Studiums zur Bauingenieurin hatte ich die Gelegenheit, ein Auslandspraktikum in Nigeria zu absolvieren und habe so den Einstieg zum Straßenbau gefunden.

Inwieweit merken Sie als Frau in einer Spitzenposition in der Bauindustrie einen Unterschied?

Nun einzige Frau bin ich mittlerweile nicht mehr. Unser Geschäftsbereich Technik im Hauptverband ist bezüglich der Geschlechterverteilung ausgewogen. Ich denke, insgesamt hat sich die Situation der Frauen am Bau gewandelt. Frauen arbeiten mittlerweile mit einem größeren Selbstverständnis in Technikberufen in mittleren Führungspositionen und lassen sich nicht die „Butter vom Brot“ von den geschätzten männlichen Kollegen nehmen. Die Unternehmenskultur im Bau wird langsam aber sicher „weiblicher“ und Frauen genießen den gleichen Respekt auf der Baustelle wie ihre männlichen Kollegen. Ein Anfang ist gemacht, auf diesem Weg müssen wir weitergehen, um Frauen auch in Spitzenpositionen der Bauindustrie zu platzieren.